Konjunktursorgen und Staatsschuldenkrise schicken Börsen auf Talfahrt
Die in jüngster Zeit überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten sowie die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum und den USA haben seit Anfang August zu massiven Kursrückgängen an den Aktienmärkten geführt.
Die in jüngster Zeit überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten sowie die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum und den USA haben seit Anfang August zu massiven Kursrückgängen an den Aktienmärkten geführt. Während der DAX vorletzten Montag (01.08.11) noch auf einem Kursniveau von 7.282 Punkten notierte, erreichte er gestern Morgen (Dienstag, 09.08.11) einen Tiefstand von 5.503 Punkten. Damit ist er innerhalb von einer Woche um 24% gefallen. Auch der europäische Aktienmarkt (DJ EuroStoxx 50 -20%) und der US-amerikanische Aktienmarkt (S&P 500 -14%) verbuchten innerhalb dieser wenigen Handelstage starke Kursverluste und markierten neue Jahrestiefs.
Die Abwendung einer Zahlungsunfähigkeit der USA durch die zwischen Demokraten und Republikanern erzielte Anhebung der Schuldenobergrenze Anfang letzter Woche führten somit nur zu einer kurzen Erleichterung an den Aktienmärkten. Dies ist nachzuvollziehen, denn die Haushalts- und Verschuldungssituation der Vereinigten Staaten bleiben trotz des beschlossenen Konsolidierungsprogrammes angespannt. Auch die letztes Wochenende erfolgte Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor`s von AAA auf AA+ hat das Vertrauen der Kapitalmarktakteure nicht gerade gefördert.
Insofern war es wichtig, dass die sieben führenden Industriestaaten (G-7) und die Europäische Zentralbank (EZB) letztes Wochenende abge-stimmte Aktivitäten vereinbart haben, um die Stabilität der Finanzmärkte aufrechtzuerhalten. Die Industrieländer wollen zukünftig bei den verschiedensten Themen, z.B. der Wechselkurspolitik, noch enger zusammenarbeiten und die EZB hat beschlossen, im Rahmen ihres Anleihen-Ankaufsprogrammes, Bonds aus Italien und Spanien zu erwerben. Die Renditeabstände der italienischen und spanischen Staatsanleihen haben sich daraufhin bereits deutlich gegenüber den Bundesanleihen eingeengt.
Zinssatz 10jährige Staatsanleihen in %:
Für die umfassende Abarbeitung ihrer Schuldenproblematik werden die Staaten noch einen längeren Zeitraum benötigen. Es wird immer wieder Rückschläge in der Haushalts- und Finanzpolitik geben. Insofern ist auch in Zukunft mit erhöhten Schwankungen an den Kapitalmärkten zu rechnen.
Aktienmarktinvestoren empfehlen wir, auf dem derzeit stark reduzierten Kursniveau keine Panikverkäufe zu tätigen. Aber auch ein Auf- bzw. Ausbau von Aktienpositionen sollte derzeit nur sehr vorsichtig vorgenommen werden. Die vorher schon attraktiven Aktienbewertungen sind durch den Kursrutsch zwar nochmals ansprechender geworden, aber bei der aktuell hohen Volatilität können tiefere Kurse nicht ausgeschlossen werden. Erst wenn sich die Konjunktur-Frühindikatoren stabilisieren und eine Fortsetzung des weltweiten Aufschwungs ankündigen, sollte eine offensivere Aktienmarktpositionierung vorgenommen werden.
Anlegern in Rentenpapieren empfehlen wir, in der aktuellen Staaten-Schuldenkrise nur Papiere bester Bonität (z.B. Bundeswertpapiere) zu kaufen. Derzeit sorgen Konjunkturabschwächung und Schuldenkrise für das tiefe Zinsniveau bei deutschen Bonds, eine mittelfristige makroökonomische Stabilisierung würde somit zu einer Normalisierung sprich: Zinssteigerung führen. Deshalb sollten kurze Laufzeiten gewählt werden.
10.08.2011 13:37 Alter: 196 days

